Forschungsstand

Vollständige Literaturangaben durch Klick auf schwarz unterstrichene Links zum Literaturverzeichnis

Bevölkerungswissenschaften: Die Bevölkerungswissenschaften behandeln das Thema Asyl meist nur am Rande von allgemeinen Darstellungen über das Migrationsgeschehen in Deutschland. Als Beispiele sind hier zu nennen: Lederer (1997), Münz/Seifert/Ulrich (1997), Wenning (1996).

Rechtswissenschaften: Gerade aus dem juristischen Bereich kommt eine Reihe von Beiträgen über die moralische Verpflichtung zur Aufnahme von Flüchtlingen. Der Schwerpunkt der rechtswissenschaftlichen Betrachtung liegt auf der Interpretation bestehender und neu geschaffener Gesetze, im Vordergrund stehen meist strittige Fragen. Überblicke über die allgemeine Entwicklung der Rechtssprechung oder deren Auswirkungen in quantitativer Hinsicht sind jedoch äußerst selten. Ein herausragendes Beispiel ist das zweibändige Werk von Köfner/Nicolauss (1986), in dem neben der ausführlichen Darstellung der Rechtsprechung auch die Entwicklung der Asylbewerberzahlen analysiert wird. Die Gesetzgebung und einzelnen Problembereiche werden in der "Zeitschrift für Ausländerrecht" behandelt.

Politikwissenschaften: Mitte der 80er Jahre entwickelt sich in der Politikwissenschaft ein besonderes Interesse für die Asylpolitik. Die Beiträge beziehen sich vor allem auf den Verlauf der politischen Diskussion, erfassen so aber auch quasi ‚nebenbei‘ die vielfältige Entwicklung der Gesetzgebung (z. B. Wolken 1985; Münch 1993). Nuscheler (1995) und Höfling-Semnar (1995) versuchen zusätzlich die Ursachen der Flüchtlingswanderung und die weltweite Flüchtlingsproblematik mit einzubeziehen.

Sozialwissenschaften: Es gibt eine Reihe von Beiträgen aus den Sozialwissenschaften zur Lebenssituation und Integration von Flüchtlingen. Einen Überblick gibt die Bibliographie des Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge (1995).

Spezielle Themengebiete

Rückkehr von Flüchtlingen: Die Rückkehr von Flüchtlingen ist meist nur Thema in Studien über Repatriierungen innerhalb der wichtigsten außereuropäischen Flüchtlingsregionen. Gut dokumentiert in Europa ist nur die Repatriierung in die Nachfolgestaaten der Bundesrepublik Jugoslawien, die sowohl in der Politik als auch innerhalb der beteiligten Organisationen, aber nicht in der Wissenschaft diskutiert wird. Über die Rückkehr der seit Mitte der 70er Jahre verstärkt in westliche Länder kommenden Flüchtlinge und Asylbewerber gibt es sehr wenige Untersuchungen. Erst in der Mitte der 90er Jahre wendet sich das Interesse der Forschung langsam auch diesem Thema zu. So wird zum Beispiel die Einstellung zur Rückkehr diskutiert: zum einen als freie Entscheidungsmöglichkeit aus amerikanischer Perspektive (Koehn 1995) und zum anderen als Begleiterscheinung der Integration (myth of return, Al-Rasheed 1994, Graham/Khosravi 1997, Zetter 1999). Die politischen Maßnahmen zur Förderung der Rückkehr werden bisher nur von dem schwedischen Juristen Noll allgemein dargestellt. Sein Schwerpunkt liegt bei der Rechtmäßigkeit der Maßnahmen (1999a) und bei grundlegenden Überlegungen zur Wirksamkeit am Beispiel Deutschlands (1999b).

Es gibt bisher keine quantitative Analyse über die Rückkehr von Flüchtlingen und Asylbewerbern aus Deutschland oder anderen Ländern der westlichen Welt. Eines der Hauptprobleme bei der Forschung über die Rückwanderung sind fehlende oder unzureichende statistische Daten (King 1986: 1; Gmelch 1980: 135f.). Dies ist auch ein Problem bei der Betrachtung der Rückkehr von Asylbewerbern und Flüchtlingen aus der Bundesrepublik (Münz/Seifert/Ulrich 1997: 146).

 

[Home] [Diplomarbeit] [Links] [Publikationen] [Kontakt]

Wenn Sie keine Frames sehen, klicken Sie hier: [Frames]

Letzte Aktualisierung: 21.01.2003  © Jürgen König